Morteratsch. Leben und Sterben eines Gletschers Bilder – Gedichte

Vor fünfzehn Jahren drang Viola Käumlen in das ausgedehnte Höhlensystem des Morteratsch-Gletschers vor. Die Begegnung mit einer völlig unbekannten Welt inspirierte die Autorin zu einer Serie von ebenso minimalistischen wie eindringlichen Gedichten. Zusammen mit den Bildern, welche die Autorin damals machte, ist eine Elegie für einen sterbenden Gletscher  entstanden – eine  Begegnung mit der Endlichkeit und ein Aufruf, den Klimawandel nicht kampflos geschehen zu lassen.

Format

Gebunden mit Leinenumschlag und in Schuber

Seiten

64

Artikelnummer: ISBN 978-3-907292-04-4

CHF 42.00

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Viola Käumlen

Vom Jus-Studium zur Fotografie war es nur ein kleiner Schritt. Viele Jahre in der Ferne, in Indien und USA, haben die künstlerische Entwicklung von Viola Käumlen ebenso stark geprägt wie zahlreiche Reisen, so nach China, Kuba, Chile und in den Oman. Immer wieder sind es die Menschen, die sie am meisten faszinieren. Ihre Porträts spiegeln die Neugier auf die Ursache von Handeln und Wirkung in unserer Welt, und die Natur als Kraft-Ort ist essentielles Element in all ihren Arbeiten. Fotografie benutzt sie als Basis, das Schreiben kommt als wichtiges Medium der Sichtbarmachung von Themen hinzu. Artist Books sind ihre Leidenschaft: Vom Layout am Computer über das Drucken auf Spezialpapieren, Stoffen oder Metallen bis hin zum Binden der Bücher – alles wird in akribischer Handarbeit im eigenen Studio gefertigt. So entstehen Editionen in kleinster Auflage wie z. B. «Red Cross», «HIV – The long road towards a vaccine», «Firewalk» und «Dear Bee».Viola Käumlen lebt im Engadin und in Basel.

Das Echo:

«Warme Winter!» «Schmelzende Gletscher!» «Taten statt Worte!» All die Appelle, Argumente und Fakten, seit Jahrzehnten wiederholt, auch von mir. Was haben sie bewirkt? Wenig. Eher Abstumpfung und Resignation.
Doch da betört mich ein Buch. Bilder vom Gletscher, bizarre Formen von blankem, blauem Eis. Es berühren mich Gedichte vom Berg, vom Stein, vom Schnee. Verdichtete Sprache und Sinnlichkeit. Ein Buch über Schönheit, Leben und Tod.
Dieses Buch erweckt die Hoffnung, es schaffe die Kunst, was der Politik nicht gelingt. Den Zugang zu den Herzen. Vielleicht ist dies ja der Weg  zur Vernunft.

Moritz Leuenberger, Alt-Bundesrat, Zürich

 

 

Πάντα ρεί: alles fliesst, auch das festgefrorene Eis, die Gegensätze heben sich auf: Kälte/Hitze, Starre/Fluss, Eis/Glut, eisige Wellen, ohrenbetäubende Stille – es gibt hier keine Normalität, es herrschen andere Gesetze, als wir sie aus der Erfahrung unserer endlichen Alltagswelt kennen. Wir sind Zeugen von Zeitläuften, die ein Lebensalter weit hinter sich lassen, und doch können wir zusehen, wie sich scheinbare Unendlichkeit endlich gebärdet. Diese scheinbare Gegensätzlichkeit anhand des sich zurückziehenden Gletschers zu demonstrieren, gelingt Viola Käumlen mit dieser meisterhaft-künstlerischen Betrachtung und Veröffentlichung auf grossartige Weise. Ich gratuliere zu diesem magischen Wurf von ganzem Herzen und wünsche, dass das kostbar präsentierte Buch die ihm gebührende Verbreitung und Anerkennung findet! Die Einführung von Werner van Gent ist auch ausgezeichnet abgefasst und stellt (die Bilder & Gedichte von Viola Käumlen) in den historisch-philosophischen/geologischen Rahmen der vergangenen 2500 Jahre.

Markus Stocker, Cellist

Artikel in der Engadiner Post: «Vom Leben und Sterben eines Gletschers» (Denise Kley)